Ein Rettungssatz ist eine Zusammenstellung von hydraulischen Geräten mit Zubehör, welche durch Aggregate (Motorpumpenaggregat) betrieben werden. Hydraulisches Rettungsgerät wird zur Rettung und Bergung von Menschen bei Unfällen auf der Straße und bei sonstigen Unglücksfällen eingesetzt. Ein Rettungssatz besteht aus einem separaten Spreizer, Rettungsschere und Rettungszylinder.
Spreizer
Der Spreizer, auch Rettungsspreizer genannt dient zum Auseinanderspreizen, beispielsweise von verklemmten oder deformierten Autotüren oder zum Wegdrücken von Wrackteilen. Er kann allerdings auch zum Zusammendrücken oder Anheben verschiedener Materialien benutzt werden. Durch die multifunktional gestalteten Spreizerbacken - sie bestehen aus gesenkgeschmiedetem und gehärtetem, scharfkantigem Stahl - ist es auch möglich in kleinste Spalten zu kommen bzw. Blech zu schälen. Mit einem speziellen Kettensatz kann mit dem Spreizer auch gezogen werden, um beispielsweise zum Befreien von Verletzten die Lenksäule eines PKW wegzuziehen. Diese Methode ist jedoch veraltet. Stattdessen kommen heutzutage Rettungszylinder zum Einsatz und der gesamte Motorraum wird nach vorne weggeklappt.
Details: 
| Spreizkraft im Arbeitsbereich*: |
54-330 kN |
| Schließkraft*: | 101 kN |
| Spreizweg: | 710 mm |
| Gewicht: | 20,1 kg |
| * bei 700 bar |
Schneidgerät
Die Rettungsschere dient zum Durchtrennen von Materialien, bei einem Verkehrsunfall beispielsweise zum Abtrennen des Autodaches. Die immer weiter fortschreitende Verbesserung der passiven Sicherheit im PKW-Bereich bringt durch die in den Fahrzeugen verbauten Materialien und Spezialprofile zusätzliche Probleme für die Feuerwehren mit sich. So sind zum Beispiel die B-Säulen moderner Pkws so stabil gearbeitet, dass Rettungsscheren mit einer max. Schneidkraft von über 105 t im Einsatz sind. Diese starken Rettungsscheren sind wegen ihres hohen Eigengewichts nicht einfach zu handhaben.Ebenso wird die Arbeit durch den Einbau zusätzlicher Airbags erschwert, da die pyrotechnischen Gasgeneratoren dieser Einrichtungen beim Durchtrennen explodieren können und somit eine große Gefahr für Umstehende und arbeitende Feuerwehrleute darstellen können. Auch sind die Gaszylinder von Kofferraumklappen nicht durchtrennbar: Der Zylinder steht unter hohem Druck und stellt in erhitztem Zustand (z. B. bei brennendem Fahrzeug) eine erhebliche Gefahr dar.
Details:
| Schneidgeräte: | RS 170-105 |
| Max. Schneidekraft*: |
105 t |
| Öffnungsweite: |
170 mm |
| Gewicht |
18,4 kg |
| * bei 700 bar |
Details: 
| Schneidgeräte: | RS 170-105 |
| Max. Schneidekraft*: |
105 t |
| Öffnungsweite: |
170 mm |
| Gewicht |
18,4 kg |
| * bei 700 bar |
Rettungszylinder
Der Rettungszylinder wird dazu benutzt, um beispielsweise den vorderen Teil des verunfallten KFZ wegzudrücken. Hierzu wird der Schweller auf Höhe der A-Säule eingeschnitten und der Rettungszylinder zwischen A-Säule und B-Säule diagonal angesetzt. Diese Geräte können je nach Ausführung Öffnungen von ca. 850 mm mm auf bis zu 1.640 mm vergrößern, in diesem Bereich wirken Kräfte von bis zu 137 kN. Je nach Ausführung eignen sich Rettungszylinder zum Drücken und Ziehen. Sie werden vor allem dann eingesetzt, wenn die Öffnungsweite des Rettungsspreizers nicht mehr ausreicht. In Verbindung mit einem Schwelleraufsatz, kann der Rettungszylinder optimal und achsengerecht angesetzt werden. Die B-Säule ist dadurch ausreichend geschützt und ein Durchbrechen des Zylinders wird so verhindert.
Details: 
| Rettungszylinder: | RZ 1 - 850 |
| Druckkraft*: | 137 kN |
| Zugkraft*: | 26 kN |
| Anfangslänge: | 530 mm |
| Kolbenhub: | 320 mm |
| Endlänge: | 850 mm |
| Gewicht: | 11,7 kg |
| * bei 700 bar |
Details: 
| Rettungszylinder: | RZ 2 - 1290 |
| Druckkraft*: | 137 kN |
| Zugkraft*: | 26 kN |
| Anfangslänge: | 750 mm |
| Kolbenhub: | 540 mm |
| Endlänge: | 1.290 mm |
| Gewicht: | 16,4 kg |
| * bei 700 bar |
Details: 
| Rettungszylinder: | RZ 3 - 1640 |
| Druckkraft*: | 137 kN |
| Zugkraft*: | 26 kN |
| Anfangslänge: | 1.100 mm |
| Kolbenhub: | 540 mm |
| Endlänge: | 1.640 mm |
| Gewicht: | 19,4 kg |
| * bei 700 bar |
Quelle: Weber
































